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Im Gespräch mit dem Kiefl-Team

Nachwuchs für Kiefls Welt

Die Ausbildung in der Friedhofsgärtnerei

Friedhöfe sind Orte der Trauer. Aber sie können genauso Orte des Trostes sein. Orte, die Erinnerung tragen. Grüne Räume, die gepflegt, gestaltet und weitergedacht werden. Und Lebensräume mit echtem Potenzial für Biodiversität.

Wie es ist, an so einem Ort zu arbeiten und ausgebildet zu werden, haben wir Kiefl-Ausbilder Vincent gefragt.

„Als Friedhofsgärtner kann man Trostspender sein. Und das, ohne direkt in die Trauer involviert zu sein“, beschreibt Kiefl-Ausbilder Vincent. Damit bringt er auf den Punkt, was die Arbeit in der Friedhofsgärtnerei besonders macht. Es geht darum, etwas Schönes zu gestalten. Für Menschen, die trauern. Für einen Ort, der Erinnerungen trägt. Und für eine Arbeit, die Bedeutung hat.

Warum sollte man sich für eine Ausbildung in der Friedhofsgärtnerei entscheiden?

Friedhofsgärtner*in ist ein Beruf, bei dem vieles zusammenkommt. Kiefl-Ausbilder Vincent beschreibt ein Handwerk mit körperlicher Arbeit an der frischen Luft. Eine Arbeit mit den Jahreszeiten, mit Pflanzen und Blüten – mit der Natur, für die Menschen.

Besonders schön ist, dass die Arbeit unmittelbar sichtbar wird. Ein Grab ist oft in wenigen Stunden bepflanzt. Für Auszubildende ist das aus Vincents Sicht besonders wertvoll, weil sie ihre eigene Entwicklung vor Augen haben.

„Man sieht die Lernkurve sehr gut“, erklärt Vincent. Wer am Anfang noch vorsichtig arbeitet, wird mit der Zeit sicherer. Auszubildende merken, was sie schon können, wo sie schneller werden und wo sie fachlich noch dazulernen.

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Wie unterscheidet sich die Ausbildung in der Friedhofsgärtnerei von der im Gartencenter?

Auch darüber haben wir mit Kiefl-Ausbilder Vincent gesprochen. Für ihn liegt ein großer Unterschied darin, dass auf dem Friedhof nicht die Beratung im Vordergrund steht, sondern die Umsetzung.

„Der Auftrag gibt eine klare Linie vor“, erklärt Vincent. Auszubildende wissen dadurch genau, was erwartet wird. Ein Grab soll gepflegt, neu bepflanzt oder gestaltet werden. Die Aufgabe ist klarer umrissen als in einer spontanen Beratungssituation im Gartencenter.

Auch die Arbeit im Team ist anders. Auf dem Friedhof wird in kleineren Teams gearbeitet. Auszubildende müssen sich vor allem auf Vincent, die Kolleginnen und Kollegen vor Ort und andere Auszubildende einstellen. Gerade das kann helfen, Sicherheit zu gewinnen.

Gibt es Aufgaben, bei denen man besonders gut sieht, wie Auszubildende wachsen?

Für Vincent zeigt sich das besonders beim Pflanzen eines größeren Beetes. Hier kommen technische Aspekte dazu: Die Auszubildenden müssen sich Gedanken über die Formgebung machen, darüber, welche Pflanzen von ihren Standortbedürfnissen zusammenpassen, und wie sie unterschiedliche Höhen und Farben miteinander kombinieren.

Am Anfang greifen viele noch auf bekannte Kombinationen zurück. Sie wählen Pflanzen und Farben, die sie schon kennen und bei denen sie sicher sind. Mit der Zeit verändert sich das. Die Auszubildenden werden mutiger, probieren andere Zusammenstellungen aus und trauen sich mehr zu.

Gerade daran sieht Vincent, wie jemand wächst. Fachlich, aber auch im eigenen Selbstvertrauen.

„Dann ist es auch egal, wenn ich es vielleicht anders gemacht hätte.“
Vincent über die Momente, in denen Auszubildende eigenständig handeln

Welche Momente machen Dich als Ausbilder stolz?

Stolz machen Vincent die Momente, in denen Auszubildende etwas von sich aus in die Hand nehmen. Wenn sie sich ein Herz fassen, mit Selbstbewusstsein an eine Aufgabe gehen und etwas eigenständig umsetzen.

Für ihn zählt, dass Auszubildende Vertrauen in das entwickeln, was sie gelernt haben. Dass sie sich etwas zutrauen. Und dass aus Anleitung nach und nach eigenes Handeln wird.

Warum braucht die Grüne Branche junge Menschen gerade jetzt besonders?

Die Arbeit auf dem Friedhof ist in vielen Punkten sensibel und oft auch von Traditionen geprägt. Neue Impulse umzusetzen, ist dort manchmal nicht ganz einfach. Genau deshalb spielen junge Menschen eine wichtige Rolle.

Sie bringen oft einen anderen Blick mit und sind weiter weg von gewohnten Abläufen und Denkmustern. Gleichzeitig beschäftigen sie sich stark mit Themen, die heute gesellschaftlich wichtig sind – etwa Umwelt und Biodiversität. Genau dieser Blick ist wichtig, wenn es um ökologische Vielfalt auf Friedhöfen geht.

Es geht dann zum Beispiel um die Frage, welche Pflanzen verwendet werden. Bleibt man bei dem, was schon immer verwendet wurde? Oder schaut man stärker darauf, welche Pflanzen auch einen Mehrwert für Insekten und ökologische Vielfalt bieten?

Für Vincent ist genau das ein Grund, junge Menschen für diese Arbeit zu begeistern. Denn Friedhofsgärtnerei bedeutet nicht nur, ein wichtiges Handwerk weiterzugeben. Sie bedeutet auch, einen besonderen Ort mit neuen Blickwinkeln weiterzuentwickeln.

Ein Beruf mit Bedeutung

Friedhofsgärtnerei verbindet Handwerk, Pflanzenwissen und Feingefühl. Sie bewahrt Erinnerungsorte, gestaltet grüne Räume und schafft Momente des Trostes. Genau dafür braucht es Menschen, die mit Herz, Aufmerksamkeit und eigenen Ideen an diese Aufgabe herangehen.

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