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Ameisen im Garten und Haus: Was hilft wirklich?

Wann Du Ameisen einfach lassen kannst und wann Handeln sinnvoll ist

Von Ameisenstraßen bis zum Nest unter der Terrasse

Ameisen gehören zum Garten dazu. Sie lockern den Boden, verbreiten Pflanzensamen und fressen andere kleine Insekten. Trotzdem können sie ziemlich lästig werden – spätestens dann, wenn sich eine Ameisenstraße durch die Küche zieht, Sand zwischen den Terrassenplatten hervorkommt oder sich ein Nest genau dort befindet, wo es stört.
Gerade 2026 berichten viele Menschen von auffällig viel Ameisenaktivität. Das sehr sonnige und deutlich zu trockene Frühjahr hat in vielen Regionen Deutschlands, darunter auch Teilen Bayerns, für warme und trockene Bedingungen gesorgt. Genau solche geschützten, trockenen Stellen finden manche heimische Ameisenarten beispielsweise unter Pflaster- und Terrassenplatten.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Ameisen in diesem Jahr überall häufiger sind. Vielmehr können ihre Nester und Laufwege unter diesen Bedingungen besonders auffallen.

Doch was hilft wirklich gegen Ameisen? Entscheidend ist zunächst eine ganz andere Frage: Was möchtest Du eigentlich erreichen?

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Muss man Ameisen überhaupt bekämpfen?

Nicht jede Ameise im Garten ist ein Problem. Im Beet oder auf dem Rasen können einzelne Ameisennester in vielen Fällen einfach bleiben.

Handlungsbedarf entsteht eher, wenn:
  • Ameisen regelmäßig in Haus oder Wohnung eindringen
  • sich große Ameisenstraßen bilden
  • Nester unter Terrassenplatten, Pflaster oder Wegen angelegt werden
  • Sand oder Erde aus Fugen herausgetragen wird
  • Pflanzen stark unterhöhlt werden
  • außergewöhnlich große Mengen an Ameisen auftreten

Je nach Situation reicht es aus, die Tiere fernzuhalten. In anderen Fällen soll eine Ameisenstraße möglichst schnell verschwinden oder das gesamte Nest erreicht werden.


Ameisen im Haus: Erst die Ursache suchen

Entdeckst Du Ameisen in Küche oder Wohnraum, lohnt sich zunächst die Suche nach ihrer Nahrungsquelle. Offene Lebensmittel, Krümel, Tierfutter oder süße Rückstände reichen aus, um Arbeiterinnen anzulocken. Haben sie eine ergiebige Nahrungsquelle gefunden, markieren sie den Weg mit Duftstoffen. Andere Ameisen folgen – eine gut sichtbare Ameisenstraße entsteht.

Deshalb helfen bereits einige einfache Maßnahmen:
  • Lebensmittel und Tierfutter verschlossen aufbewahren
  • Essensreste und Krümel gründlich entfernen
  • Ameisenstraßen feucht reinigen
  • Ritzen und Spalten an Fenstern, Türen und Mauerwerk verschließen
  • mögliche Eintrittsstellen beobachten und abdichten

Gerüche wie Zitrone, Lavendel, Nelke oder Essig können Duftspuren teilweise stören. Sie beseitigen allerdings nicht das eigentliche Nest. Wichtiger ist deshalb, Nahrungsquellen zu entfernen und Zugänge möglichst zu schließen.

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Ameisen an Pflanzen? Schau nach Blattläusen

Wenn Ameisen auffällig häufig an Rosen, Obstgehölzen oder anderen Pflanzen auf- und ablaufen, lohnt sich ein genauer Blick auf Triebspitzen und Blattunterseiten. Oft steckt nämlich ein Blattlausbefall dahinter.

Blattläuse scheiden zuckerhaltigen Honigtau aus, den Ameisen gerne aufnehmen. Deshalb besuchen Ameisen Blattlauskolonien regelmäßig und können die kleinen Pflanzenschädlinge sogar gegen Fressfeinde verteidigen.

In diesem Fall solltest Du also nicht nur auf die Ameisen schauen, sondern vor allem die Blattläuse kontrollieren. Verschwindet die Honigtauquelle, nimmt meist auch die Ameisenaktivität an der Pflanze ab.


1. Ameisen fernhalten

Wenn die Tiere einen bestimmten Bereich nicht betreten sollen

Nicht immer muss gleich das ganze Nest beseitigt werden. Manchmal reicht es, Ameisen davon abzuhalten, über eine Terrasse, eine Türschwelle oder in einen bestimmten Bereich zu laufen.

Dafür können Eintrittsstellen verschlossen oder physikalische Barrieren eingesetzt werden. Mineralische Barriereprodukte werden beispielsweise entlang von Laufwegen oder rund um Nesteingänge ausgebracht und erschweren den Ameisen das Überqueren dieser Fläche.

Diese Methode eignet sich vor allem, wenn Dein Ziel lautet: Die Ameisen dürfen bleiben – aber bitte nicht hier.

Solche physikalischen Barrieren findest Du auch bei uns im Kiefl Gartencenter.

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2. Ameisen direkt bekämpfen

Schnelle Hilfe bei einer akuten Ameisenstraße

Bei einer plötzlich auftretenden Ameisenstraße im Haus, auf dem Balkon oder auf der Terrasse kann eine direkte Behandlung sinnvoll sein.
Hierfür gibt es anwendungsfertige Ameisensprays, die vorhandene Ameisen unmittelbar bekämpfen beziehungsweise von behandelten Bereichen fernhalten.

Der Vorteil ist die schnelle Wirkung. Allerdings solltest Du wissen: Werden nur die sichtbaren Arbeiterinnen bekämpft, muss damit noch nicht das gesamte Ameisenvolk verschwunden sein.
Sprays sind deshalb vor allem eine Sofortmaßnahme gegen aktuell auftretende Ameisen.

Auch verschiedene Produkte für die direkte Anwendung findest Du in unserem Gartencenter in Gauting.


3. Das Ameisennest bekämpfen

Köder wirken anders als Sprays

Wenn nicht nur einzelne Ameisen, sondern das gesamte Volk bekämpft werden soll, können Ameisenköder eine Möglichkeit sein.
Arbeiterinnen nehmen den Köder auf und tragen ihn zurück in das Nest. Dort wird der Wirkstoff innerhalb des Volkes weitergegeben. Die Wirkung tritt deshalb nicht unbedingt sofort ein, setzt dafür aber direkt am Ameisenstaat an.

Wichtig: Ameisenköder sind teilweise nur für bestimmte Ameisenarten oder Einsatzbereiche zugelassen. Verwende deshalb ausschließlich Produkte entsprechend ihrer Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung.
Ein Köder ist besonders interessant, wenn Dein Ziel lautet: Nicht nur die sichtbaren Ameisen sollen verschwinden, sondern das Nest soll erreicht werden.

Passende Ameisenköder erhältst Du ebenfalls bei uns im Kiefl Gartencenter.

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4. Ameisen aus Fugen, Wegen und Terrassen vertreiben

Streuen oder Gießen für größere Bereiche

Besonders häufig sitzen Ameisennester unter Pflastersteinen, Gehwegen oder Terrassenplatten. Typisch sind kleine Sand- oder Erdhaufen, die plötzlich zwischen den Fugen erscheinen. Für solche Bereiche gibt es Mittel, die je nach Produkt trocken ausgestreut oder mit Wasser als Gießlösung angewendet werden können.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein:
  • auf Terrassen
  • auf gepflasterten Wegen
  • an Türschwellen
  • entlang stark genutzter Ameisenstraßen
  • an schwer zugänglichen Stellen und Fugen

Welche Flächen behandelt werden dürfen, hängt immer vom jeweiligen Produkt ab. Beachte deshalb unbedingt die Anwendungshinweise auf der Verpackung.


5. Ameisen im Rasen oder Beet

Hier solltest Du genauer hinschauen

Ein Ameisennest mitten im Rasen oder Beet muss nicht automatisch bekämpft werden.
Stört das Nest, kannst Du zunächst versuchen, den Standort für die Ameisen unattraktiver zu machen. Regelmäßiges, durchdringendes Wässern und wiederholtes Stören des Nestbereichs können dazu führen, dass das Volk seinen Standort verlegt.

Bei Pflanzflächen ist außerdem wichtig: Nicht jedes Ameisenmittel, das auf Terrasse oder Weg verwendet werden darf, ist auch für Rasen, Beet, Hochbeet oder Pflanzkübel zugelassen.

Die zulässigen Einsatzbereiche unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Deshalb solltest Du immer zuerst die Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung prüfen.
Es gibt außerdem insektizidfreie Barriereprodukte, die je nach Hersteller auch für bestimmte bewachsene Flächen vorgesehen sind. Für andere Bereiche können abhängig von der Situation auch alternative oder biologische Verfahren infrage kommen.

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Spray, Köder oder Barriere – was ist der Unterschied?

Welche Methode sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, was Du mit der Anwendung erreichen möchtest.

Du möchtest Ameisen von einem Bereich fernhalten?
Dann kann eine physikalische Barriere sinnvoll sein.

Du möchtest eine aktuell auftretende Ameisenstraße schnell reduzieren?
Dann kommt eine direkte Behandlung infrage.

Du möchtest das gesamte Nest erreichen?
Dann kann ein geeigneter Ameisenköder die bessere Wahl sein.

Die Ameisen sitzen unter Terrasse oder Pflaster?
Dann kommen je nach zugelassenem Produkt Streu-, Gieß- oder Direktanwendungen infrage.

Die Ameisen befinden sich im Beet oder Rasen?
Prüfe zuerst, ob eine Bekämpfung überhaupt notwendig ist und welche Methode für die bewachsene Fläche zugelassen ist.


Vorsicht bei ungewöhnlich vielen Ameisen

Die Große Drüsenameise breitet sich auch in Deutschland aus

Seit einigen Jahren breitet sich die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) in Deutschland aus. Inzwischen wurden auch in Bayern größere Vorkommen festgestellt.

Für Laien ist eine sichere Bestimmung schwierig. Einige Merkmale können allerdings auf eine Tapinoma-Art hinweisen:
  • außergewöhnlich große Mengen an Ameisen
  • breite, mehrspurige Ameisenstraßen
  • deutlicher Sand- oder Erdauswurf an vielen Nesteingängen
  • Befall über größere Flächen oder mehrere Grundstücke hinweg
  • immer wieder massive Ameisenaktivität trotz eigener Bekämpfungsversuche

Die Tiere können weit verzweigte Kolonien bilden. Eine Bekämpfung kann deshalb wesentlich schwieriger sein als bei einem einzelnen Nest heimischer Ameisenarten. Bei einem solchen Verdacht solltest Du nicht einfach immer mehr unterschiedliche Ameisenmittel einsetzen. Die Ameisenart sollte zunächst fachgerecht bestimmt und anschließend eine passende Bekämpfungsstrategie entwickelt werden. Besonders bei großflächigem oder wiederkehrendem Befall ist professionelle Schädlingsbekämpfung sinnvoll.

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